Dr. phil. Antara Hotz

Hotz, A. (2012). TIME-OUT statt BURN-OUT. Yoga - ein effizienter Beitrag zur Stressbewältigung von Lehrpersonen. Göttingen: Cuvillier

 

Expose zur Doktorarbeit

Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit war die besorgniserregende und gesund-heitlich belastende Situation der Lehrer/Innen im Jahr 2000 und davor. Die mehr-jährige Unterrichtung einer reinen Lehrerinnengruppe und die positive Wirkung des Yogaunterrichtes auf die Teilnehmerinnen förderten die Idee, diese Wirkungen wissenschaftlich nachzuweisen. Wie sich herausstellte entsprach dieser, aus der Praxis kommende, Wunsch ganz dem damals aktuellen Forschungsinteresse. Denn seit den Veröffentlichungen der Studien von U. Schaarschmidt (1996) und nach der Erkenntnis der gesundheitlich besorgniserregenden Situation der Lehrpersonen im Vergleich mit anderen Berufsgruppen (Pflege, Polizei, Strafvollzug, Feuerwehr, öffentliche Verwaltung, u.a.) traten diese mehr ins Blickfeld der Öffentlichkeit und Forschung. Bis zum Jahr 2000 wurde allerdings nur untersucht, wie sich ihre Stresssituation im Vergleich mit anderen Berufsgruppen darstellt. Danach folgte bis 2003 eine differenzierte Analyse der Beanspruchungs-situation mit dem Ergebnis, dass die Situation der Lehrpersonen sehr veränderungs-bedürftig sei. (Vgl. Schaarschmidt, 2005). Grundlage dieser Studien war der von Schaarschmidt und Fischer entwickelte Fragebogen „AVEM = Arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebnis-muster“, der differenziert unterschiedliche Muster erfasst, mit Arbeit und Belastung umzugehen und die Entwicklung allgemeiner und spezifischer Maßnahmen zur Intervention möglich macht. Der Yoga könnte eine solche Interventionsmöglichkeit bzw. ein Unterstützungs-angebot für Lehrpersonen darstellen.

Dieses Unterstützungsangebot sollte ganz im Sinne der Professionstheorie erfolgen und die Selbstkompetenz bzw. Selbstwirksamkeit durch die Fähigkeit zur Selbstregulation (bei Stress) erhöhen. Die Inhalte der Wissensvermittlung beziehen sich dabei auf die zu erlernenden Yogaelemente.

Es geht jedoch nicht allein um eine professionelle Wissensvermittlung als Grundlage für professionelles Handeln zum Lösen von Problemen in der Alltags-praxis von Lehrpersonen. Es geht auch um die Verwirklichung eines Bildungsanspruches. ‚Bildung hat mit innerer Formung und äußerer Gestaltung zu tun und im Zentrum steht die selbstbestimmte Entfaltung der geistigen Kräfte des Menschen. Dies geschieht durch die intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Person, der Umwelt, aktuellen Zeitproblemen oder ethischen Normen. Ziel sind Entwicklungs- und Vervollkommnungsprozesse im ganzheitlichen Verständnis vom Menschen.’ 

Ob die ausgewählten Elemente der Yogawissenschaft diesem Anspruch gerecht werden könnten, gilt es in der einzureichenden Forschungsarbeit zu untersuchen. Im Unterschied zu anderen Publikationen der Stressforschung und zu For-schungen im Yogabereich, nutzt dieses Forschungsvorhaben ausschließlich Yogaelemente bei der Versuchsdurchführung und verwendet den damals relativ neu entwickelten AVEM-Fragebogen zur Stressanalyse bei Lehrpersonen. Das Besondere der Yogapraxis liegt im erhöhten Bewegungsanteil des evaluierten Programms.