Julia Besch, M.A.

Kurzexpose zum Promotionsprojekt

Qualität im Sportunterricht. Eine empirische Studie im Kontext interpretativer Unterrichtsforschung

 

Der Begriff „Unterrichtsqualität“ ist Gegenstand vielschichtiger Diskurse. Beispielsweise, wenn es nach dem „PISA-Schock“ im politischen Meinungsaustausch ganz allgemein um die Verbesserung des Unterrichts und der Schulen geht oder bei der Behandlung des Themas in spezifischeren Auseinandersetzungen in den jeweiligen Fachdidaktiken. Gemeinsames Ziel derartiger Diskurse ist die Verbesserung der Qualität des Unterrichts. Da die Zugänge unterschiedlich motiviert sind (Politik, Bildungstheorie, Bildungsökonomie, Schulkultur, usw.) fallen auch die Erwartungen entsprechend heterogen aus. Das liegt unter anderem daran, dass Unterricht ein komplexes und vielschichtiges Geschehen ist an dem viele Menschen beteiligt und interessiert sind. Diese Personen (Politiker, Bildungsreformer, Lehrer,...) haben unterschiedliche Positionen mit einem jeweils eigenen Blickwinkel auf „Qualität“ und auf „Unterricht“. 
Vor dem Hintergrund dieser Problemlage forschen wir im vorliegenden Projekt im Kontext der interpretativen Unterrichtsforschung. Unser empirisches Design richten wir am Ansatz „unterrichtlicher Rezensionen“ von Dietrich und Landau (1990) aus. Dieser baut auf die systematische und mehrperspektivische Beobachtung von Unterricht und berücksichtigt explizit die subjektive, aber nachvollziehbare Perspektive des Forschers. Anders als im quantitativ ausgerichteten Paradigma der Unterrichtsforschung rückt hier das konkrete Geschehen des Sportunterrichts in den Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Im Zuge der vorzunehmenden Beobachtungsstudien wird das Unterrichtsgeschehen immer wieder in Portraits verdichtet, im Lichte pädagogischer und bewegungswissenschaftlicher Bezugstheorie gedeutet und rezensiert, um augenfällige Merkmale zum Thema „Unterrichtsqualität“ zu identifizieren.