Katharina Lipfert, Diplom Sportwissenschaftlerin

Kurzexpose zum Promotionsprojekt

Reiten in der Schule - Bewegungspädagogische und Erlebnisorientierte Perspektiven

 

Vom schulischen Erziehungs- und Bildungsauftrag ausgehend ist es nötig die Schülerindividualität durch eine erlebnis- und ergebnisorientierte Erziehung zu fördern. Für diese Umsetzung kann das Thema Reiten bzw. der Umgang mit dem Pferd einen bedeutenden Beitrag leisten, da es viele wichtige Lerngelegenheiten und Bildungschancen für Schüler und Schülerinnen verspricht. Hinsichtlich dessen greift das Forschungsprojekt eine äußerst interessante Problemstellung auf, deren Bearbeitung sowohl in Anbetracht der aktuellen Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen als auch wegen der sich daraus ergebenden gesellschaftlichen Herausforderungen und nicht zuletzt wegen der bestehenden wissenschaftlichen Lücken bedeutend ist. Es stellt sich folglich die Frage, ob und wie das Reiten sowie der Umgang mit Pferden dazu beitragen können, sinnvolle Impulse für schulische Erziehungs- und Bildungsaufgaben zu setzen. Dabei richtet sich der Fokus auf verschiedene pädagogische Wirkungen wie Selbstwirksamkeit, Entwicklung von Selbstkompetenzen oder Empathiefähigkeit. Ebenso stehen das kooperative, soziale und handlungsorientierte Lernen der Teilnehmer im Zentrum der Untersuchung. Ziel der Studie ist es, das Thema „Reiten in der Schule“ sowohl hinsichtlich der strukturellen Bedingungen (Ausstattung verschiedener Schulprojekte und Initiativen) als auch in Hinblick auf die genannten pädagogischen Wirkungen zu evaluieren. Auf dieser wissenschaftlich abgesicherten Grundlage soll es schließlich möglich sein, Konsequenzen für das bildungswirksame Lehren und Lernen (im Schulreiten) ableiten und Lehrlernmaterialien erstellen zu können. Grundlage der Untersuchung sind die Bindungstheorie nach J. Bowlby sowie das Konzept der Du-Evidenz nach K. Bühler. Beide Theorien schaffen die Basis für einen Dialog zwischen Reiter und Pferd (Subjekt-Objekt Beziehung) und ermöglichen ein Lernen, das auf einer nonverbalen Interaktion (Bewegung) zwischen Mensch und Tier basiert.