Miriam Reitter, M.A.

Kurzexpose zum Promotionsprojekt

Bildung und ihre Standardisierung im Sportunterricht - Ein Projekt im Kontext empirischer Unterrichtsforschung

 

Im Zuge des gegenwärtigen Diskurses um Fragen und Probleme der Bildung, ihrer Standardisierung und der damit verbundenen Unterrichtsqualität existieren kontroverse Ansichten. Seit dem „PISA-Schock“ haben sich Fragen zu den Bildungsstandards und zur Unterrichtsqualität in der Bildungsdiskussion etabliert und Eingang in die verschiedenen Fachdidaktiken erhalten.
In der aktuellen Unterrichtsforschung dominieren quantitative Ansätze, mit denen auch die drei wichtigsten und aktuellsten Sport-Studien (Sachsen-Studie, Augsburger-Studie und DSB-Sprint-Studie) zur Schulsportforschung und -entwicklung überwiegend arbeiten. Dabei wird die Unterrichtsqualität mit Hilfe von Merkmalen des vermeintlich guten Sportunterrichts erfasst. Diese schließen jedoch die Prozesse, die das komplexe Unterrichtsgeschehen mit sich bringt, nicht ein. 
Wir wollen diese Forschungslücke schließen, indem wir der Frage nach dem „Wie“ von Bil-dungsstandards und Unterrichtsqualität nachgehen. Über die „Interpertative Unterrichtsforschung“, die sich mit dem heterogenen und interaktiven Geschehen von Unterricht beschäftigt, soll ein mehrperspektivischer Zugang zum Sportunterricht gefunden werden. Das beobacht- und dokumentierbare Geschehen soll dabei die Unterrichtswirklichkeit widerspiegeln, um ein differenziertes und detailliertes Bild zu bekommen. Der Untersuchungsdesign „Unter-richtsrezensionen“ nach dem vorgegangen wird, geht auf die beiden Sportpädagogen Dietrich & Landau (1990) zurück. Mit Hilfe von Unterrichtsbeobachtungen werden Unterrichtsportraits erstellt, die die Realität des Unterrichts präzise wiedergeben sollen. Mit den folgenden Rezensionen wollen wir die Portraits interpretieren, kritisch auswerten sowie Schlussfolgerungen für die Sportpädagogik und –didaktik ziehen und - wenn möglich – einen konstruktiven Beitrag zur Konzeptentwicklung in der Sportdidaktik leisten.