Bewegungsqualität



"On ne voit bien qu'avec le coeur. L'essentiel est invisible pour les yeux."

 

Wenn sich in einer Welt bzw. in einem Umfeld das Diktum rationaler Beweisführung durchgesetzt hat und die diesbezüglich kritisch gestimmten Akteure nach neuen Wegen suchen, dann lohnt es sich Anlehnung beim „Kleinen Prinzen“ zu nehmen, der sagt: „Das Wesentliche ist für unsere Augen unsichtbar“. Dieser vielzitierte Satz aus der Weltliteratur mag auch für den Einstieg in unser Verständnis von Bewegungsqualität Orientierung bieten. Denn auch da geht es um etwas Besonderes und Einzigartiges. Die Suche nach Bewegungsqualität und das Arbeiten auf dem Weg dorthin wird von uns als Motor für jegliches Engagement im Sport angesehen. Die etymologische Klärung des Qualitätsbegriffes, deutet bereits auf die Relevanz des Einzelfalles und daher auch auf die Grenzen der exakten Wiederholbarkeit hin. „Qualität“ ist eine Ableitung von „qualis“, was soviel heißt wie „wie beschaffen“, „welcherlei“, „was für ein“. Qualität ist demnach vor allem einzigartig, und deshalb auch nicht reproduzierbar. Sie ist individuell, situativ und auf einen Moment bzw. Zeitabschnitt konzentriert. Solche Momente kennzeichnen auch den Sport, das menschliche Bewegen und vor allem das Trainieren jenseits des Mittelmaßes. Die Auseinandersetzung mit dem Begriff und der Dimension „Bewegungsqualität“ birgt zweifelsohne beachtliches Transferpotenzial für andere Lebensbereiche.